BERICHTE

Triathlon Alpe d'Huez

Am 29.7.21 nahm ich in den französischen Alpen am legendären Triathlon Alpe d’Huez teil. Bei diesem spannenden Triathlon sind deutlich mehr positive als negative Höhenmeter zu absolvieren, was mir natürlich grosse Freude bereitet 😉 ja die Alpe d’Huez ist nicht nur wegen der Tour de France weltbekannt, nein, sie ist auch rund 4 Tage lang das non-plus-ultra des Triathlons, mit verschiedenen Wettkämpfen über unterschiedliche Distanzen. Ich selber hab mich an die Königsdisziplin gewagt: Die längste der Strecken. Die 2.2 km schwimmen, 118 km radfahren und 20 km tönen zwar nicht nach unmenschlich viel, doch das Profil der Velostrecke hat’s mit über 3000 Höhenmeter doch in sich…. Und das Veloziel auf der Alpe d’Huez auf 1800 m ü. M. ist erst die Wechselzone, in welcher man die Laufschuhe schnürt und mit einigermassen dünner Luft noch die 20 km und 300 Höhenmeter abzuspulen hat.

Zu meinem Rennen. Wir reisten bereits drei Tage zuvor an, damit ich noch die Radstrecke abfahren konnte. Naja, zwei Tage vor diesem Rennen noch 140 km und rund 3200 Höhenmeter radzufahren ist vielleicht nicht die beste Vorbereitung, aber die Strecke zu kennen ist sicher der grössere Vorteil (und wir waren ja gemütlich unterwegs 😉 ). Dann jedoch war Erholung angesagt, ehe es am Donnerstag um die Wurst ging. Das Schwimmen war in einem Stausee, welcher nur einmal im Jahr für den Triathlon für Schwimmer zugänglich ist. Die Frauenkategorie war als erste dran. Mein Ziel war es, mich von den 15 Minuten später starteten Männern nicht einholen zu lassen!!! Geschafft 😉 und nicht nur das, ich war sogar für meine Schwimmverhältnisse recht schnell aus dem sehr kühlen Nass in der Wechselzone! Mit nur rund 7 Minuten Rückstand auf die Frauenspitze und auf zirka Rang 9 wechselte ich auf meine Lieblingsdisziplin. Als eine der wenigen hatte ich kein Triathlonvelo dabei, sondern mein normales Rennvelo mit Aufsatz. Bergauf sicher flotter, in einigen Bereichen der Strecke wohl auch ein Nachteil. Nach rund 30 Minuten Flach und leicht abfallend gings sofort rund 800 Höhenmeter Bergauf auf den Col du Mort auf 1350 m ü. M. Während des Aufstiegs überholte ich ein paar meiner Konkurrentinnen. Ein wunderschöner Pass, gefolgt von einer tollen und rasanten Abfahrt! Danach war es hüglig, flach praktisch nie, ehe es auf den Col d’Ornon ging. Ich versuchte zwar schnell, aber kontrolliert zu fahren, und mich von möglichst wenigen Männern überholen zu lassen. Während des Aufstiegs konnte ich sogar die stark favorisierte Els Visser (Ned) überholen, was mir doch Mut machte. Die Leute die mich anfeuerten schrien nun, ich sei 4. Frau! Nun wusste ich, es ist doch noch einiges möglich. Vielleicht sogar ein Podestplatz?!? An diesem international sehr stark besetzten Rennen mit einigen Vollprofis wäre das natürlich der Wahnsinn 😊 Die Abfahrt vom Col d’Ornon war soooo schön, als Geologin durch diese Schlucht zu fahren und sich noch auf die kurvige Strasse zu konzentrieren war definitiv eine Challenge… jedoch hatte ich ja nach dem Rennen noch einige Tage Zeit um die Gesteinsformationen studieren zu gehen 😉 unten angekommen gings ganz kurz Flach nach Bourg d’Oisans, ehe die Strecke auf die legendäre Alpe d’Huez rauf führte. Meine Beine waren nicht mehr ganz so fit, und meine Füsse begannen zu brennen (wohl wegen der Hitze?!). Trotzdem sah ich nach ein paar wenigen Metern im Aufstieg schon die Drittplatzierte rund 50 m vor mir, sie wurde mit einem Kameratöff begleitet. Natürlich hatte sie als Französin ein Plus an Fans 😊 aber trotzdem war ich sooo überwältigt von den unzähligen Zuschauern am Strassenrand rauf auf die Alpe, welche alle anfeuerten. Jedoch machten sie die Französin vor mir auch darauf aufmerksam, dass da eine von hinten angerauscht kommt. Pech für mich, denn nun drückte sie nochmals aufs Gaspedal. Ich versuchte trotzdem, sie einzuholen. Dies gelang mir auch fast, doch dann wurde mein Fussbrennen stärker und ehrlich gesagt, der Zustand meiner Beine war auch nicht mehr der frischeste 😉 so konnte ich die Lücke nicht mehr verkleinern, verlor eher noch ein bisschen Zeit. Trotzdem, die Leute pushten mich richtig hoch, und so kam ich auch mit nur rund 1 Minute auf die Drittplatzierte in die Wechselzone auf der Alpe d’Huez. So, nun ab in die Laufschuhe und versuchen die Aufholjagd zu starten! Leichter gesagt als getan… es gab wohl keinen Millimeter Schatten auf der ganzen Laufstrecke, dementsprechend heiss war es und das war auch nicht wirklich förderlich für meine brennenden Füsse. Ich fühlte mich nicht mehr soo toll, konnte zwar eine gewisse Pace laufen aber aufdrehen nicht mehr wirklich. Dazu kam, dass die Drittplatzierte eine sehr starke Läuferin war. Es galt, 3 Runden zu absolvieren mit total rund 300 Höhenmeter. Ich kämpfte mich durch, gab mein bestes, doch ich verlor Zeit. Jedoch konnte ich meinen Rang verteidigen und erreichte nach total 4 Stunden und 52 Minuten die Ziellinie, glücklich und erschöpft. Klar ein vierter Rang ist halt kein Podestplatz, aber trotzdem war ich stolz einige Vollprofis hinter mir gelassen und mich doch noch dank der zweitschnellsten Velozeit der Frauen auf Rang 4 verbessert zu haben 😊

Vielen Dank an alle, die mit mir mitgefiebert haben und an meinen Freund für die super Unterstützung! 😊


Hier ein paar Fotos vom Rennen:


und noch ein paar Fotos von den Ferien ;-)



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