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© 2019 PETRA EGGENSCHWILER

BERICHTE

Saisonrückblick 2017

January 1, 2018

Niemals hätte ich auch nur im Entferntesten damit gerechnet, diese Saison zu meiner besten und erfolgreichsten in meiner Sportkarriere zu krönen. Doch nun von Anfang an:
Mein Sportjahr startete doch recht zurückhaltend… wie einige vielleicht wissen, plagte mich fast das gesamte 2016 ein schmerzhaftes Morton Neurom (Verdickung eines Nervs im Vorfuss) mehr oder weniger fest. Dieses lästige Ding liess mich auch Anfang 2017 nicht in Frieden. Ich nahm Anfang Jahr zwar an 3 Rennen teil, doch diese waren alle mehr schlecht als recht und deutlich unter meinen Erwartungen. Die Fussschmerzen plagten mich zum Teil während, aber auch nach den Rennen sehr stark. Während und nach einem Trainingslauf Ende März hatte ich so starke Schmerzen, ich konnte kaum mehr normal gehen und musste den Entschluss fassen (nachdem ich wirklich alle Alternativen ausprobiert hatte), mich unters Messer zu legen. Am 12. April war es dann so weit, der Nerv wurde mir operativ entfernt. Anschliessend musste ich an Krücken gehen, Sportpause einlegen und viel Geduld haben. An Krücken humpelte ich ca. 3 x pro Woche durch’s Fitness Center, um Kraft Übungen zu machen, welche den Fuss nicht belasteten. Gerade noch rechtzeitig um nicht durch das ständige Krückenlaufen und Oberkörperkrafttraining zum „Kasten“ zu mutieren, durfte ich allmählich auf einen Hometrainer wechseln und schliesslich auch auf dem Bike trainieren, indem ich normale Pedalen montierte, damit ich den Druck mit dem Mittelfuss geben und so zur Arbeit fahren konnte. Der Vorfuss schmerzte wirklich lange recht stark und ich sah kein Ende. Irgendwann nach etwa 1.5 Monaten ging’s jedoch schnell. Die Fäden wurden gezogen, ich begann wieder „normal“ zu gehen und kämpfte mich langsam zurück ins „Sportlerleben“. Die ersten 20 Minuten joggte ich ca. Mitte Juni, also exakt 2 Monate nach der OP. Mein nächstes „Lauftraining“ umfasste bereits 30 Minuten, und wieder fühlte ich mich wie ein koordinatives Wrack. Egal, die die mich kennen wissen jetzt was kommt: Ich hatte eine schwache Minute und meldete mich nach nur 2 „Lauftrainings“ für den Biennathlon als Single an! Rennvelo, Schwimmen, Biken und Laufen und das im Alleingang. Der Lauf war nur ca. 10km und bergig, deshalb traute ich es mir zu. Ich musste immer noch sehr vorsichtig sein. Zu meinem Erstaunen war ich v.a. auf dem Velo schon wieder sehr gut parat und konnte mächtig Zeit gut machen (beste Velozeit aller Frauen inkl. Teams). So kämpfte ich mich schlussendlich auf den sagenhaften 3. Overallrang! Nun wusste ich, meine Saison ist definitiv nicht gelaufen, nein sie startete geraden erst! Ich wusste nicht was alles drin liegen würde, doch mit den Siegen am Grenchenberglauf, dem Vogellisi Berglauf sowie dem Stockhorn Halbmarathon wurde mein Selbstvertrauen immer grösser. Ich wusste nicht warum, aber ich wurde schneller und zwar nicht nur auf dem Velo sondern auch beim Laufen. Vielleicht brauchte mein Körper wie auch mein Kopf diese Pause ja?!

Nie hätte ich Anfang Jahr daran geglaubt, dieses Jahr doch noch den Inferno Triathlon als grosses Saisonziel zu setzen. Ich nutzte den Glacier3000 Run als Vorbereitung, wurde super Overall Dritte in einem starken Feld und so war ich mir sicher, den Inferno als Single in Angriff nehmen zu wollen. Dies auch nicht zuletzt dank einigen Sommertrainings, in denen ich mit dem Velo um 5 Uhr früh von Langendorf ca. 80km an den Fuss des Niesen, des Stockhorn oder Niederhorns fuhr, hoch rannte, mit der Gondel runter fuhr und (je nach dem) zurück radelte oder mit dem Zug zur Arbeit fuhr. Dies waren sicher Schlüsseltrainings, denn am Infernotag passte wirklich alles: Ich konnte mein Rückstand im Schwimmen (3.1km) in Grenzen halten, legte eine super Rennvelozeit (97km 2145HM) hin (wieder die schnellste aller Frauen), eine sehr gute Bikezeit (30km 1180HM) sowie eine Aufholjagt auf den abschliessenden 25km 2175HM hoch aufs Schilthorn. Ich kam bis auf 4 Minuten an die Seriensiegerin Nina Brenn heran, schlussendlich reichte es für den sensationellen 2. Schlussrang und dies übertraf meine Erwartungen natürlich bei weitem. Im Hoch der Gefühle wagte ich mich auch an mein 2. Saisonhighlight, den Jungfrau Marathon. Die 42km und 1829HM waren eine echte Challenge, auch in Hinblick auf die Tatsache, viel zu wenig Laufkilometer in den Beinen zu haben. Doch auch dort, ich stellte nicht nur meine 10km Bestzeit (die ersten 10km am Jungfraumarathon sind flach) auf, sondern rannte schlussendlich als 3. Frau in einem international stark besetzten Elitefeld über die Ziellinie auf der Kleinen Scheidegg!

Dieses Jahr hab ich im Frühling leider die wichtigen Duathlons (SM, EM) verpasst und hab mich dann auch mal auf Triathlonboden gewagt. Dies ist mir äusserst gut gelungen, konnte am Gemmi Triathlon sogar meinen ersten Triathlonsieg feiern. Mein einziger Duathlon dieses Jahr war der Gurten Classic, an welchem ich den Streckenrekord und den Overallsieg holte. Einen Monat zuvor durfte ich am berühmten Hallwilerseelauf ebenfalls den Overallsieg feiern, was für mich auch etwas Unerreichbares war. Dies passte jedoch zu meinem Saisonverlauf. Es kam wirklich alles anders, als ich es je gedacht oder erträumt hätte. An Krücken und mit schmerzendem Fuss zweifelte ich oft, vor dem Herbst überhaupt noch ein Rennen bestreiten zu können geschweige denn auf diesem Niveau. Bei den Menschen, die mich unterstützt und immer an mich geglaubt haben, möchte ich mich ganz herzlich bedanken!

 

Natürlich bedanke ich mich auch RECHT HERZLICH bei meinen Sponsoren (Vanoli AG Zofingen, Grico Druck Welschenrohr, Zimmerei - Holzbau Meier + Brunner AG Laupersdorf), Unterstützern (meine Familie, mein Trainer, meine Freunde), meinem Ausrüster BROOKS Running und meinem Masseur Andy Büttler (Andy Büttler Gesundheitspraxis Balsthal). Einen grossen Dank auch an Simu und Yve vom Gantrischbikestore, welche mich 2016 mit Velomaterial unterstützt haben und an Tobias Schumacher von Schumacher Sport Langenthal.

 

 

 

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