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© 2019 PETRA EGGENSCHWILER

BERICHTE

Podestplatz am Biennathlon! Renncomeback gelungen!

June 19, 2017

Vor ziemlich genau einer Woche entschied ich mich spontan, am darauffolgenden Sonntag (also gestern) just for fun an den Start des Biennathlon als Single Athletin zu gehen (48km 800HM Rennvelo, 1.5km Schwimmen, 28km 836HM Biken, 9.4km 340HM Laufen) und somit gleich mein Renncomeback nach meiner Fuss-OP und langer Pause zu geben. Zugegeben, ich war vorher nur dreimal joggen (zweimal 20min und einmal 35min). Okay einige werden jetzt denken „die spinnt doch!!“ Ja das tut sie :-) aber sonst wäre es ja langweilig oder?! Spass bei Seite.. ich wusste auf was ich mich einlasse. Mein Arzt sagte, von der Fussmechanik her kann ich alles wieder machen, einzig wenn’s noch weh tut dann vorsichtig. Ich spürte es zwar noch ein bisschen, es war aber wirklich recht gut. Im Gegenteil, es war ein wahnsinnig tolles Gefühl, mal endlich kein schmerzendes Morton Neurom im Vorfuss mehr zu spüren! Dies hätte mich gestern garantiert sehr gestört, sprich anhalten, Fuss massieren, auf die Zähne beissen, leiden, etc… somit hab ich es umso mehr genossen, endlich praktisch schmerzfrei zu laufen (ausser ein blöder Stein liegt am falschen Ort, dann kanns schon recht schmerzen, denn schliesslich wurde der Nerv entfernt und abgeschnitten und die Nerv-Enden müssen auch noch komplett verheilen). Nun zurück zum Rennen: Ich hab mich aus dem Grund angemeldet, endlich wiedermal einen Wettkampf zu bestreiten und im Wissen, dass ich mich auf dem Rennvelo wirklich wieder recht gut fühle. Zudem war das grösste Kriterium, dass die Laufstrecke bergig und mit 9.4km nicht allzu lang war.

Mein Trainer begleitete mich und war mir eine grosse Unterstützung, wie auch meine Tante Vreni und mein Freund Jordi wo mich grossartig unterstützten. Um 9.00 ging’s dann schliesslich los mit Rennvelo. Bis Twann war das Rennen neutralisiert, dann genau auf die Steigung hin wurde es freigegeben und dann ging die Post so richtig ab! Ich versuchte von Anfang an ein recht hohes Tempo hinzulegen, obwohl mir zwei Frauen am Anfang davon zogen. Jedoch konnte ich beide am Berg überholen, wie auch viele Männer, und konnte so meine Stärke im Berg umsetzen. Ich fühlte mich sehr gut, leicht und flink. Als es nach der recht langen Steigung auf den Twannberg dann coupiert wurde, schloss ich mich mit einem Mann zusammen und wechselte mich mit Windschatten ab. Die Bise war sehr stark, so waren wir beide froh um gegenseitige Unterstützung. Schliesslich holten uns noch andere Männer ein, so waren wir ein Grüppchen von 4 Leuten und konnten uns schön mit Windschatten abwechseln. Als wir dann von Twann wieder nach Biel fahren mussten, gegen diesen wahnsinnig starken Gegenwind, war das kleine Grüppchen mehr als Gold wert! Ich kam als erste Frau überhaupt (also von allen, auch Team-Fahrerinnen) in die Wechselzone, was mich unglaublich stolz machte (Tagesziel erreicht ;-)) Nein, ich wusste dass jetzt meine mit Abstand schwächste Disziplin kommt.. das Schwimmen. Ich schwimme gerne, fühle mich eigentlich sicher und kann gut mein Tempo durchkraulen. Diesmal war es jedoch anders. Ich entschied mich ohne Neopren zu starten (da mir mein Neopren zu klein ist und mir die Luft abschnürt). Und es war ja so warm, der Bielersee mit 20° (gemäss Website) auch okay. Jedoch hab ich zwei Dinge ausser Acht gelassen: a) diese Wassertemperatur wurde im Strandbad Nidau gemessen, also nahe des Ufers und b) die starke Bise verwandelte den See in ein Wellenmeer! Ich war eine der einzigen ohne Neopren, aber egal, jetzt gibt’s kein Zurück mehr… am Anfang war’s recht angenehm, mit der Strömung und froh endlich abgekühlt zu werden zog ich mein „Tempo“ durch. Jedoch wurde mir schon bald bewusst, dass der See maximal 18° hatte. Zudem wurden die Wellen immer stärker, und als wir dann gegen die Strömung schwimmen mussten wurde es richtig mühsam. Ich konnte kaum mehr atmen, immer klatschten mir die Wellen ins Gesicht. Dazu kam dass ich grausam fror. Ich spielte ernsthaft mit dem Gedanken, zu einem Boot zu kraulen.. jedoch hiesse das Disqualifikation! Da ich ein Steinbock bin und dem auch Gerecht werde (Dickschädel), zog ich es durch… als 17. Single Frau (!!!) stieg ich schliesslich total unterkühlt und benommen aus dem Bielersee. Bewegte mich irgendwie Richtung Wechselzone und war soooo froh, endlich aufs Mountainbike steigen zu können! Es ging sicher 15 Minuten, bis ich schon nur annährend wieder warm hatte… bis zur Steigung schlotterte ich und hatte Hühnerhaut (und das bei etwa 30°). Aber jetzt ging die Post wieder ab, ich fühlte mich wohl, endlich wieder auf einem Velo zu sitzen. Ich wusste zwar, dass ich seit ewiger Zeit nicht wirklich etwas für die Biketechnik getan hatte (Winter, dann Fuss-OP), hinzu kommt dass ich mein Fully gegen ein Hardtail ausgewechselt habe. Das wäre ja renntechnisch eigentlich gut, nur ist die Biennathlon Bikestrecke alles andere als optimal für ein Hardtail. Die Singletrails waren wirklich der Hammer, aber auch nicht ohne, und ich wäre froh gewesen um ein Fully. Trotzdem, ich gab mein Bestes und kam auch mit der 4. Besten Zeit der Single Frauen in die Wechselzone. Nun hiess es, so schnell wie’s geht in die Laufschuhe und ab die Post. Ich war nun auf dem 5. Rang, und rechnete niemals damit noch eine Single Frau einzuholen. Ich wollte einfach schmerzfrei laufen können, und mit diesem extremen Trainingsrückstand erwartete ich rein gar nichts von mir. Ich war wirklich auch nicht mehr fit, kämpfte mit müden Beinen und der Hitze. Trotzdem, die bergige Strecke kam mir sehr entgegen. Ich konnte tatsächlich noch zwei Frauen überholen, und das trotz der sehr technischen Laufstrecke (viele Wurzelwege, bergab, bergauf, also alles andere als easy). Ich rechnete zwar immer damit, wieder eingeholt zu werden, dem war aber nicht so! So kam ich als overall 3. Frau ins Ziel und war überglücklich und natürlich total K.O. :-)

Alles in Allem, ein wahnsinnig cooles Rennen mit wunderschönen und auch anspruchsvollen, bergigen Strecken. Beim Schwimmen gibt’s wieder mal Potential nach oben, aber deshalb bin ich ja auch Duathletin ;-)

 

 

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