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© 2019 PETRA EGGENSCHWILER

BERICHTE

UNGLAUBLICHER 5. RANG AM JUNGFRAU MARATHON!!

September 10, 2016

Mein zweites von zwei Saisonhöhepunkten, der Jungfrau Marathon, war für mich ein voller Erfolg :-) ich konnte mit einer Zeit von 3h45min09sek die Ziellinie auf der kleinen Scheidegg als Overall 5. Frau (von total 1000 Frauen) in einem International sehr stark besetzten Rennen überqueren. Somit hab ich mein Ziel, Top 10, mehr als nur erreicht :)


Doch nun von Anfang an:
Grundsätzlich absolviere ich ja nicht wirklich viele Lauftrainings, und längere schon gar nicht. Der Gesundheit zu liebe, und auch des Duathlon Sport wegen, trainiere ich mehr auf dem Rennrad. Meistens gab's da diesen Sommer am Wochenende ein Rennen, und dann unter der Woche nur 1 bis 2 Lauftrainings. Dies ist natürlich ideal für eine Marathondistanz, da sich die Beine auch an eine solche Belastung gewöhnen sollten. Als Vorbereitung hab ich jedoch das eine oder andere Bergtraining (Niesen, Stockhorn, Niederhorn) absolviert, sowie viele kurze Bergläufe (JuraTopTour) und den Stockhorn Halbmarathon. Natürlich war auch der Inferno Triathlon mit der letzten Disziplin, dem Lauf von Stechelberg aufs Schilthorn, eine gute und harte Vorbereitung (obwohl ich da sehr viel laufen musste). Zusätzlich hab ich noch ein 30km Training von Thun nach Interlaken und auf den Harder absolviert. Dies musste nun genügen um meinem zweiten grossen Saisonziel, ein Top 10 Rang am Weltbekannten schönsten Marathon, dem Jungfrau Marathon, zu erreichen.

Bereits der Zug nach Interlaken war voll von Läufern. Der Start am 10.9.2016 fand um 9 Uhr in Interlaken statt. Das Wetter hätte schöner nicht sein können und die Atmosphäre ebenso. Überall Schweizerfahnen, Kuhglocken, Alphörner, eine riesige Menge an Zuschauern und 4000 Läufer und Läuferinnen welche sich auf die 42.195km und rund 1830 Höhenmeter vorbereiteten.

Wir Elite Athleten durften zuvorderst starten und wurden noch kurz vom Speaker vorgestellt. Um Punkt 9 Uhr schoss Nicola Spirig den Startschuss zum 24. Jungfrau Marathon. In den ersten 3km rannten wir eine Runde durch Interlaken, wo wir von den unzähligen Zuschauern fast getragen wurden. Man hörte die eigenen Schritte nicht mehr, so laut war der Applaus, die Schreie, die Kuhglocken, etc., wahnsinn!

Die ersten 10km waren so flach wie ein Pfannkuchen (Worte vom Race Director Richi Umberg ;) ) und es war auch ein demensprechend flottes Tempo angegangen. Ich setzte von Anfang an eine "gäbige" Pace an, es war zwar schnell mit einem ca 16 km/h schnitt doch es lief mir sehr gut und ich hatte noch genüngend Reserven. Ich führte lange die dritte Spitzengruppe an, und überholte mit ihnen sogar die zweite Gruppe in welchen sich zwei Frauen befanden. Somit war ich eine Zeit lang auf Rang 2 und wurde erst wieder überholt, als es nach km 10 dann bergauf ging (dies war aber keine Schande denn die anderen zwei waren internationale TOP Bergläuferinnen und sogar die 3-Fache JFM Siegerin war dabei). Wie gesagt, ab km 10 ging's allmälich bergauf, wenn doch noch eher wellig und nicht steil, bis  zum Halbmarathon nach Lauterbrunnen. Auch in Lauterbrunnen (wie unterwegs fast überall), wahnsinnig viele Zuschauer die alles gaben beim Anfeuern. Nachdem ich das "Hundewasser" von meiner Mutter getrunken und ausgeleert hatte war noch eine ca. 6km Schleife im Lauterbrunnental zu absolvieren. Dann ab km 26 ging's richtig zur Sache: Der Anstieg auf Wengen! Der Tempowechsel war natürlich extrem, aber meine Beine gewöhnten sich recht schnell daran und ich konnte flott und gäbig hoch nach Wengen rennen. Leider jedoch wurde ich in diesem Anstieg von einer Deutschen Top Bergläuferin überholt, welche am Schluss zweite Frau wurde. In Wengen wieder eine riiiesen Zuschauermenge und mein Vater, welcher mir das Bidon überreichte. Nach dem steilen Wengen Anstieg ging's durch das Dorf und weiter rauf, bis eine Naturstrasse kam welche eine angenehme Steigung aufwies und man wieder etwas schneller laufen konnte. Auch unterwegs, man war fast nie alleine, unzählige Wanderer feuerten an und das tat wahnsinnig gut, da um mich herum nicht viele Läufer waren. Der Anstieg nach Wixi verlief auch recht gut, obwohl ich langsam aber sicher k.o. war und meine fehlenden Lauf-km sich bemerkbar machten. Dort nochmals ein Bidon von meinem Vater, eine steile Bergab Passage und dann kam das Dessert: Der steile Wanderweg der auf die Moräne des Eigergletschers führte. Meine Beine waren nun mehr als tot, ich musste immer wieder mal (zügig) wandern, versuchte aber trotzdem immer wieder zu rennen. Es war hart, richtig hart, ich brachte ich nicht mal mehr ein lächeln über die Lippen als meine Mutter mich unterwegs noch fotographierte und anfeuerte. Dann kam die Moräne, ein Naturspektakel und etwas vom schönsten was ich je gerannt bin, rechts und links ging es runter und wir rannten auf einem schmalen Wanderweg hoch Richtung Eigergletscher. Als der Dudelsack erklang wusste ich, bald ist's geschafft! Der Dudelsackspieler ist ein Markenzeichen des JFM, danach ging's fast nur noch runter. Ich wusste, dass ich hinter mir nich mehr viel Luft hatte, die nächsten Frauen waren mir auf den Fersen. So musste ich alles aus mir herausholen und meine müden Beine zum runter sprinten zwingen! Es ging an die 200 Höhenmeter bergab / flach / bergab bis zum Ziel auf der Kleinen Scheidegg!!

Ich war überwältigt, als 5. Frau (und 3. in der Kategorie F20) durchs Ziel zu laufen an diesem Top besetzten Rennen hätte ich mir zuvor nie erträumt! Ein Interview mit Anita Weyermann (vom Radio BEO), Solothurner Zeitung, JFM, und Speaker warteten auf mich, wie auch die Doping Kontrolle.

Ich danke meinen Eltern, meinem Trainer und meinem Freund 1000 mal dass sie mich begleitet und unterstützt haben! Ein tolles Team, welches alles richtig gemacht hat :-) Natürlich danke ich auch allen die mich angefeuert und mitgefiebert haben!

 

 

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