BERICHTE

1. Rang am Hallwilerseelauf

Ich hatte mich entschieden, nach meiner doch sehr erfolgreichen und tollen Rennsaison, am 9. Oktober meinen Lieblings Herbstlauf zu absolvieren: Den Hallwilerseelauf. Die Halbmarathonstrecke war seit letztem Jahr teilweise neu, beinhaltet nun doch fast 200 positive Höhenmeter auf den 21.1km rund um den Hallwilersee. Ich mag es natürlich, wenn's nicht ganz flach ist und viele herzige Weglein anstelle von Asphalt beinhaltet :-) und der herrliche Blick auf den See lässt einen die Strapazen (fast) vergessen...


Ich durfte im 1. Block starten, die Zeitmessung löste jedoch erst 300 m nach dem Start aus, da der Weg anfänglich zu schmal war für die vielen Läufer. Ich versuchte jedoch bereits von Anfang an ein für mich eher hohes Tempo einzuschlagen. Jedoch muss ich auch zugeben, dass ich keine Ahnung mehr hatte wie man flache Läufe angeht, da es für mich dieses Jahr nur entweder Triathlons oder Bergläufe auf dem Wettkampfmenüplan gab ;-) so entschied ich mich für die Petra-Taktik: Gar keine sondern einfach "Gring usschaute und seckle!" Und vorallem geniessen. Diesen Lauf liebe ich, und beweisen musste ich niemandem etwas. Mein Tempo konnte ich gut durchziehen, rannte eigentlich immer alleine an erster Stelle (bei den Frauen), bis etwas nach dem Schloss Hallwil bei ca. 14 oder 15km. Beim Schloss war richtig was los, ich wurde als erste Frau gefeiert und hatte richtig Freude und konnte es geniessen :-) hammer Stimmug!!! Dann kurz darauf schloss ein Mann und auch eine Frau auf, und ich wusste: "jetz muesi es Schiit inelege!" Gesagt getan. Ich probierte nicht nachzulassen und das Tempo etwas zu verschärfen, am mich überholenden Mann dranzubleiben. Sereina war stets direkt hinter mir. Plötzlich hatte ich ein deja-vu. Galt auch heute die Nettozeit? Also die Zeit der Zeitmatten oder diejenige die zuerst über die Ziellinie kommt gewinnt? Falls die Nettozeit gilt und mir Sereina auf den Fersen blieb, dann wäre es möglicherweise ähnlich wie am Zermatt Marathon, wo ich (im dem Fall) nach einem gewonnenen Schmusssprint als 3. Frau über die Ziellinie rannte und dann doch um 0.9 (!) Sekunden vierte wurde. So hätte es hier auch ausgehen können, da sie möglicherweise Sekunden später über die Zeitmatte beim Start rannte. So gab es nur eines: alles geben und kämpfen!!! Am Ironman Thun war es aufgegangen, somit wusste ich, aufgeben war keine Option. Alles reinwerfen, entweder es geht auf oder eben nicht. Es gibt sehr selten den Fall, mich ein paar hundert Meter vor dem Ziel nicht mehr lächeln zu sehen (siehe Foto in der Gallerie, bitte nicht erschrecken), dies war einer dieser Ausnahmefälle. Entschuldige Höisu, Rita und Mama dafür, dass ich euch nicht mehr zuwinken oder zulächeln konnte. Aber ich lief den letzten Kilometer wirklich am Limit. Ich musste versuchen eine Lücke aufzureissen, nur so gab es noch den Hauch einer Chance aufs oberste Treppchen. So sprintete ich wie hohl dem Ziel entgegen, kam als erste über die Ziellinie, wurde als erste gefeiert, aber war ich auch erste?! Tatsächlich!!! Ich überquerte mit zirka 10sek Vorsprung die Ziellinie, effektiv (Nettozeit) waren es noch 2.4 Sekunden Vorsprung! Diesmal war das Glück also auf meiner Seite :-)

Achja, klar wollte ich geniessen und mich nicht fast umbringen, aber die Rennsau in mir war (entgegen meiner Vermutung) doch noch nicht ganz im Winterschlaf.... und ja, eher "flache" Rennen gehen doch noch einigermasen gäbig.


Herzliche Gratulation an meinen Triathlon Club Kollegen Tilo für seine Premiere, das nächste mal etwas weniger "liire" und mehr "jufle" ;-) aber es het gfägt!


Danke an Rita, Höisu und Dora für den tollen Support :-)


Und herzliche Gratulation an Sereina für das super starke Rennen und den Fight! Und an Daniela als 3. :-)


Nun kanm die Rennsau in mir definitiv in den Winterschlaf und dem Faultier Platz machen ;-)






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