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Veloreise Tag 6: Grenoble - Aix-les-Bains

Wenn ich dran denke, dass ich heute bereits in Cambrils am Meer hätte sein können, stattdessen jedoch mein Velo 4 km bergab durch den Schnee schieben muss, ist das schon ziemlich demotivierend.... aber dennoch, heute stand eine Bergetappe par excelénce auf dem Programm :-) entweder rauf oder runter, etwas anderes gab‘s heute nicht. Total standen 5 Pässe auf dem Programm, nicht ganz einfach mit so viel Gepäck. Nach dem Start in Grenoble ging‘s bereits nach 3 Fahrminuten recht „gäbig“ bergauf. Von rund 200 m ü. M. auf den Col de Porte auf 1326 m ü. M.. Danach folgte der Col de Cucheron auf 1140 m ü. M. und der Col de Granier auf 1130 m ü. M.. Nach einer rasanten und wunderschönen Abfahrt mit atemberaubenden Blick auf die verschneiten Alpen ging‘s runter nach Chambéry. Dort wäre mein Tagesziel, Aix-les-Bains am Lac de Bourget, eigentlich zum greifen nahe gewesen... aber nein, was macht die sture Steinböckin, sie plant natürlich noch zwei weitere Pässe ein. Diese wären grundsätzlich unnötig gewesen, aber wenn man schon mal hier ist.... ;-) und sie waren super schön. Zuerst der Col de l‘Epine auf knapp 1000 m ü. M. und dann, zum Dessert, der Höchste von heute und von meiner gesamten Reise bis jetzt: Der Mont du Chat auf über 1500 m ü. M.. Ja, manchmal würde es eventuell Sinn machen, eine nicht ganz unsichtbare Absperrung etwas ernster zu nehmen (siehe Fotos). Dann würde eventuell nicht eine wie anfangs erwähnte 4 km lange Velo-schiebe-Passage resultieren (siehe Fotos). Der Aufstieg war komplett schneefrei, ich fuhr im Kurzarmtrikot hoch und es war so warm, ich dachte die haben einfach vergessen die Wintersperre zu entfernen. Der Pass jedoch hatte es wirklich in sich... als ich plötzlich nicht mehr schalten konnte dachte ich, meine Schaltung ist kaputt. Aber nein, die funktionierte einwandfrei, im Gegensatz zu meinen Beinen in welchen die Kräfte allmählich zu schwinden begannen. Und der Pass war steil, sogar sehr steil auf diese Länge, und wenn ich das sage soll es was heissen. Mit letzter Kraft quälte ich mich mit Sack und Pack auf den Col, fotografierte stolzerfüllt das Passschild im Wissen, jetzt gehts nur noch runter an den Lac de Bourget an‘s Ziel. Doch hoppla! Ende Gelände.... die Absperrung unten hatte doch ihre Berechtigung! Es lagen etwa 20 - 30 cm Schnee auf der Passstrasse...... ein Wandererpärchen sagte, es seien 4 km bis es wieder fahrbar wäre. Ich überlegte lange, wollte mich aber nicht vom Ziel abbringen lasen und schon mein Velo etwa 45 Minuten durch den Schnee... das Meer wäre mir in dem Moment definitiv lieber gewesen! Trotzdem: Müde und dennoch happy erreichte ich den wunderschönen See und mein Tagesziel :-)

Mit125 km war es heute übrigens meine mit Abstand kürzeste Tour (bis anhin hatte ich während 5 Tagen pro Tag im Schnitt ca. 215 km), jedoch mit 4000 Höhenmeter war es alles andere als ein Spaziergang.


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© 2020 PETRA EGGENSCHWILER