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Veloreise Tag 5: Vaison-la-Romaine - Grenoble

Als heute um 5.20 Uhr der Wecker klingelte war ich alles andere als motiviert. Der Grund lag am stürmisch windigen Vortag und die unzähligen flachen Kilometer zwischen Meer und Berge (flach fahren liegt nicht in meiner Natur) sowie den Regenprognosen für den heutigen Tag. Als ich mich dann doch zum Aufstehen ermutigte und nach draussen schaute, kam ein Teil meiner Motivation zurück. Wolkenloser Himmel und kein Wind! Entgegen aller Prognosen freute ich mich, und noch mehr freute ich mich auf die heutige Bergetappe! Ich wusste aber auch, dass das Wetter im Verlauf des Tages auf Regen stellen würde, deshalb habe ich die eine kleine „Ruhetag“-Tour mit 75km, gespickt mit 2 Pässen, geplant. Voller Elan nahm ich Zmorge, welches ich mir am Vorabend im Lädeli und in der Bäckerei gekauft hatte. Die Hotels haben oft erst um ca 7.00 bis 8.00 Frühstück, viel zu spät für mich. Wer sich fragt, was die dann zmörgelet wenn sie einen Tag lang im Sattel sitzt, dem beantworte ich die Frage wie folgt: Ein Baguette (oder ein halbes), einige Scheiben Käse, 500gr Quark, 5dl kalte Milch mit Nespresso Pulver vermischt (mein Kaffeeersatz), 1 Banane, 1 Apfel und Wasser. Das sollte rund 3h reichen, bis ich wieder Hunger kriege auf dem Velo.

So ging‘s am heutigen Tag gleich von Anfang an bergauf, so wie ich es liebe! Das Wetter war super, die Gegend wunderbar und kein Verkehr. Nach 2 Pässen gab‘s eine kurvige und sensationell schöne Abfahrt nach Saillans, wo ich mir eigentlich mein Tagesziel setzte. Jedoch sah der Himmel nicht nach einem Ende der Tour aus. So gab‘s halt nur eine Kaffeepause, um die Tour neu zu planen bzw. zu ergänzen. Ich setzte mir nun Grenoble als Tagesziel, somit hat sich die Distanz um dem Faktor 2.5 erweitert, ganz zu Schweigen von den Höhenmetern... auf der Karte entdeckte eine wunderbar kurvige Strasse in Richtung Grenoble: Der Col de Rousset auf 1280 m ü. M.! Nachdem ich online dessen Strassenzustand bezüglich Schnee geckeckt hatte und mit grosser Freude erfuhr, dass der Pass geöffnet war, war der Fall klar. Und es hat sich mehr als gelohnt! Der Aufstieg war 20km lang, mit vielen Haarnadel-Kurven und super schöner Gegend. Auf der Passhöhe hatte es zwar ziemlich Nebel, aber vom Regen blieb ich verschont. Auf der gesamten Passstrasse begegnete ich übrigens zirka 5-6 Autos, verkraftbar ;-) Grenoble lag auch nach der Abfahrt noch nicht in Reichweite, und es folgte nochmals ein kleiner Berg... auch den meisterte ich noch trotz schwindender Kräfte, denn ich war zu sehr beeindruckt von der wunderschönen Schlucht mit tektonischen Meisterwerken, als dass ich an meine Erschöpfung denken konnte. Jetzt hatte aber Petrus doch noch seine Regenwolken zu mir geschickt, wenn auch nur wenige. Der letzte Berg war weiss, nur die Strasse war frei, zudem war auf der Passhöhe ein Skigebiet! Kaum zu glauben, gestern Morgen noch war ich am Meer und jetzt in den verschneiten französischen Alpen...Dann folgte die Schussabfahrt nach Grenoble, wo ich kurzerhand mein Hotel gebucht hatte. Der Blick auf die Alpen war zwar wunderschön aber ich kämpfte vielmehr mit mir und der Kälte als dass ich den Ausblick geniessen konnte. Endlich im Hotel angekommen ging‘s - wie jeden Abend - ans Waschen und dann auf Nahrungssuche! Ich konnte mein Glück kaum fassen: 100 Meter nebenan war ein Sushi-Restaurant!!! Mein absolutes Lieblingsessen (die Vegetarischen Sushi natürlich). Somit gabs mal kein Baguette Znacht sondern Sushi :-)

Nachtrag: Okay vielleicht doch noch ein Baguette, denn ich hab immer noch hunger......



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© 2020 PETRA EGGENSCHWILER